Der gebür­tige Kressbron­ner Eber­hard Magg und 60-jähriges YCL-Mitglied besitzt nach wie vor eine Lei­den­schaft für den Segel­sport. In letzten Jahr sam­melte er bedeut­same Gold­me­dail­len.

„Ebse“ Magg ist ein guter Unbe­kann­ter in der inter­na­tio­na­len Regat­ta­szene, unzäh­lige Titel pfla­stern sei­nen Weg.

Mit 18 Jah­ren gewann er mit seinem Vater Rudi Magg und Crew den berühm­ten Admi­rals-Cup auf der RUBIN für Deutsch­land. Sie­ben­mal wurde er deut­scher Mat­chrace-Mei­ster im Team von Mar­kus Wie­ser. Gleich meh­rere Vize­welt­mei­ster­ti­tel in Kon­struk­ti­ons­klas­sen und viel­fa­che deut­sche Mei­ster­ti­tel gehen auf sein Konto. Er ist mehr­fa­cher Sie­ger der Kie­ler Woche, Sar­di­nias Cup, Com­mo­do­res Cup-Sie­ger und vie­les mehr.

Mit 60 Jah­ren hat das YCL-Mitglied die Lei­den­schaft zum Segel­sport, die auf dem Boden­see begann, noch lange nicht los­ge­las­sen. Im Jahr 2025 krönte er sich gleich zwei­mal zum Welt­mei­ster. Im Juni als Trim­mer bei der Weltmeisterschaft der 8mR­-Klasse in Finn­land auf der STARLING BURGESS und im Sep­tem­ber als Pit­man bei der Weltmeisterschaft der 6mR-Klasse mit der MOMO II auf Long Island in den USA.

Es kommt über das ganze Leben gese­hen sel­ten vor, des­halb ist es umso schö­ner, sagt der gelernte Boots­bauer und stu­dierte Werft­ma­na­ger aus Lan­gen­ar­gen. Im fin­ni­schen Turku ging er bei der 8er-WM mit einer Boden­se­e­crew an den Start: Eck­hard Kal­ler (Steu­er­mann), Andreas Löwe (Groß­se­gel), Selina Stihl (Back­sta­gen), Lars Kal­ler (Pit­man), Heiko Buh­mann und Seba­stian Reischl (beide Vor­schiff). Magg erfüllte die Rolle als Trim­mer.

Wie auch bei der 6er-WM gab es zwei Wer­tun­gen für die jeweils histo­ri­schen und moder­nen 8mR-Ren­nyach­ten. Die Crew der STARLING BURGESS, die den Namen ihres Desi­gners trägt, über­zeugte in acht Durch­gän­gen als schnell­stes Boot in der klas­si­schen Divi­sion. In Finn­land waren die Winde sehr dre­hend, da kam uns wahr­schein­lich die Hei­mat am Boden­see mit ihren schwierigen Windverhältnissen sehr zugute, meint Magg und spricht von einer kon­stan­ten Serie. Nach drei Jah­ren mit mate­ri­al­tech­ni­schen Rück­schlä­gen gewann die Crew von Steu­er­mann Kal­ler wie­der­holt die Welt­mei­ster­schaft, was zuletzt auf dem Gen­fer See gelang.

Eine span­nende Reise für das über­wie­gend deut­sche Team war die Vor­be­rei­tung auf die 6-Meter-WM 2025 in Oyster Bay Ende Sep­tem­ber. Der Eig­ner hatte sich letz­tes Jahr vor Weih­nach­ten ent­schlos­sen, ein neues Schiff zu bauen – mit der Maß­gabe, die WM zu segeln. Unge­fähr vier Monate vor der WM sind wir in die Umset­zung ein­ge­stie­gen.

Das war sehr eng, erzählt Magg, der die Auf­gabe hatte, ein neues Rigg zu ent­wickeln. Die MOMO II wurde in Kiel noch unfer­tig zu Was­ser gelas­sen und der Crew mit Eig­ner Die­ter Schön als Steu­er­mann, Mar­kus Wie­ser auf dem Vor­schiff und als Tak­ti­ker, dem Por­tu­gie­sen Alvaro Marinho am Groß­se­gel, Matti Paschen als Trim­mer und „Ebse“ Magg als Pit­man blieb des­halb nur eine Woche Zeit, um auf dem Vor­gän­gerschiff MOMO I an der Kie­ler Förde zu trai­nie­ren, wäh­rend die MOMO II in die USA trans­por­tiert wurde.

Um die letz­ten Bau­teile noch zu mon­tie­ren, rei­sten sie frü­her nach New York und drei Tage vor WM-Beginn war es end­lich so weit. Die Crew bereitete sich auf der MOMO II vor der spek­ta­ku­lä­ren Kulisse New Yorks auf die Welt­mei­ster­schaft vor – mit durch­schla­gen­dem Erfolg. Beim Segeln geht es darum, die Modi den Bedin­gun­gen anzu­pas­sen und da war das Gesamt­pa­ket wirk­lich ein sehr gutes. Wir sind aber auch hervorragend gese­gelt, das muss man einfach sagen, meint Magg, denn im letz­ten Ren­nen mus­sten wir gar nicht mehr antre­ten, weil der Vor­sprung so groß war. Nach drei Best­plat­zie­run­gen, zwei zwei­ten Plät­zen und einem drit­ten Rang sah sich die Crew den letz­ten Durch­gang ent­spannt von Land aus an.

Als Pit­man bediente Magg alle Fal­len und unter­stützte die Trim­mer, bediente das Back­stag, was das Gas­pe­dal bei so einem Schiff ist, so Magg.  Es klappte alles wie am Schnür­chen. Die Ziel­set­zung ist natür­lich, dass alle Manö­ver top lau­fen. Alle Wen­den waren super und schnell, die Hal­sen waren gut, die Berge-Manö­ver auch. Es hat alles funk­tio­niert und es gab nichts, was uns eine Plat­zie­rung geko­stet hätte, freut sich der Lan­gen­ar­ge­ner, der auch von Strö­mun­gen und Gezei­ten in der Oyster Bay berich­tet, die berück­sich­tigt wer­den woll­ten.

Eig­ner und Steu­er­mann Die­ter Schön durfte mit seiner Crew zu Recht stolz sein.

Bei der Sie­ger­eh­rung im Sea­wan­haka Corinthian Yacht Club wurde nicht nur die Crew von MOMO I gefei­ert, son­dern auch der Alt­kö­nig von Spa­nien, Juan Car­los I., der für den Real Club Náutico de San­xenxo segelte. Es war sein vier­ter Welt­mei­ster­ti­tel in der klas­si­schen Wer­tung mit der BRIBON.

Für Segel­profi Magg geht die Reise auf der MOMO II und STARLING BURGESS in diesem Jahr wei­ter. Dann aller­dings mit kür­ze­ren Wegen, die 8er-WM fin­det am Boden­see in Bre­genz (Öster­reich) statt und die 6er haben einen Zwei­jah­res­rhyth­mus, mit der Euro­pa­mei­ster­schaft im nächsten Jahr   in Genf (Schweiz)

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